Das MakEd_digital Projekt

Was ist das Projekt MakEd_digital?

Vier Hochschulen der Region Stuttgart-Ludwigsburg haben sich im Frühjahr 2020 zusammengeschlossen, um Lehramtsstudierende und Hochschullehrende dabei zu unterstützen, fit zu werden für das digitale Lehren.
Ermöglicht werden die Aktivitäten des Projekts durch eine Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (BMBF).

Das Projekt „MakEd_digital“ zielt auf die Entwicklung digitalisierungsbezogener Kompetenzen von (zukünftigen) Lehrpersonen zur Nutzung, Entwicklung und Reflexion digitaler Medien und Werkzeuge in Lehr-Lern-Kontexten. Steigern wollen wir diese Kompetenzen, indem an den Verbundhochschulen pädagogisch-didaktische Makerspaces etabliert werden. In den Makerspaces erhalten Studierende und Lehrende in den Lehramtsstudiengängen Unterstützung bei der Erstellung, dem Einsatz und der Reflexion von digitalen Materialien im Unterricht. Helfende Expertise kommt dabei von Mitarbeitenden mit Hintergründen in Medientechnik, -pädagogik und -didaktik, Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken. Zum Projektposter

Was ist ein Makerspace?

Ein Makerspace ist ein Raum, der für alle offen steht, um mithilfe digitaler Geräte reale Werkstücke herzustellen. Das Symbolbild der Makerspaces ist gegenwärtig der 3D-Drucker. Allerdings sind auch Lasercutter, CNC-Fräsen oder Stickmaschinen in vielen Spaces vorzufinden. Im Vordergrund der Makerspaces stehen nicht die Geräte, sondern die individuellen Projekte der Maker*innen, die mittels digitaler Fertigungsverfahren realisiert werden.

Quelle: YouTube

Und ein pädagogisch-didaktischer Makerspace?

Eine besondere Art der Makerspaces sind die pädagogisch-didaktischen Makerspaces. Sie lehnen sich an das Konzept der „Educational Makerspaces“ oder auch „Makerspaces for Education“ an. Die Zielgruppe der pädagogisch-didaktischen Spaces sind Lehramtsstudierende und ausgebildete Lehrpersonen.

Im Fokus steht die erfahrungsbezogene digitale Weiterbildung der Zielgruppe und die Erprobung und Erstellung von Unterrichtsmaterialien für Schüler*innen und Studierende.

Das Projekt MakEd_digital gibt dabei den Lehramtsstudierenden und Lehrpersonen die Chance eines interdisziplinären Austausches mit Expert*innen aus der Medien- und Softwaretechnik, der Medienpädagogik und -didaktik sowie aus den Bildungswissenschaften und den Fachdidaktiken.

Wer kann mitmachen?

MakEd_digital richtet sich vor allem an Lehramtsstudierende und Hochschullehrende der vier beteiligten Hochschulen. Falls Sie kein Lehramt studieren, sind Sie natürlich trotzdem herzlich willkommen!

Wichtig zu wissen ist außerdem: Alle Angebote des Projektes stehen Studierenden aller beteiligten Hochschulen offen. Sehen Sie also zum Beispiel ein spannendes Angebot an der PH Ludwigsburg, studieren aber an der HMDK und der Uni Stuttgart, ist das kein Hindernis!

Und falls Sie bereits Lehrer*in an einer Schule sind oder im Referendariat: Kommen Sie gern vorbei oder melden Sie sich vorab bei Fragen zur Nutzung unserer Angebote.

Theoretischer Hintergrund des Projekts?

Die digitale Transformation stellt die Lehrer*innenbildung vor die Herausforderung, angehende Lehrpersonen für die Integration zeitgemäßer Technologien bei der Gestaltung von Bildungsprozessen vorzubereiten (z.B. Liu 2016). Obwohl digitale Technologien im Unterricht eine immer größere Rolle spielen und sie von der Hälfte deutscher Lehrkräfte auch genutzt werden (Bertelsmann 2017), scheint deren reflexive Integration im Sinne der Strategie der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) zur „Bildung in der digitalen Welt“ (KMK 2017) national (z.B. Drossel & Eickelmann 2018) und international (z.B. Tondeur et al. 2017) nur „schleppend“ zu gelingen.

Es zeigt sich, dass Technologiewissen allein für den Aufbau von digitalisierungsbezogenem Professionswissen nicht ausreicht, wenngleich diese Facette häufig im Zentrum von Qualifizierungsmaßnahmen von Lehrkräften steht. Auch die Berücksichtigung und die gezielte Förderung von digitalisierungsbezogenen Einstellungen werden als wichtige Prädiktoren für die Integration digitaler Technologien in den Unterricht genannt. Makki und Kolleg*innen (2018) zeigen in ihrer Studie deutlich auf, dass insbesondere gestalterische Aktivitäten (Design Thinking) geeignet sind, diese Einstellungen zu fördern und damit die Wahrscheinlichkeit deutlich zu erhöhen, digitale Technologien im Unterricht auch gezielt einzusetzen. Tondeur (2017) schlägt als Synthese mehrerer Metastudien eine Reihe von Strategien zur Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen im Lehramtsstudium vor:

  1. Lehrerbildner*innen fungieren als Rollenmodelle: Nutzung digitaler Technologien in der eigenen Lehre sowie die Schaffung von Gestaltungsspielräumen motiviert die Studierenden zur Nachahmung bzw. Integration.
  2. Explizite Erfahrungs- und Reflexionsräume zu Möglichkeiten und Grenzen digitaler Technologien in der (schulischen) Bildung fördern die Einstellung zu deren Integration in den Unterricht. In einem möglichst authentischen Setting wird die Gestaltung von digitalen Artefakten angestrebt, die sich auch in der praktischen Anwendung bewähren müssen.
  3. Eine peer-to-peer-Zusammenarbeit bei der Entwicklung, Erprobung und Reflexion von digital angereicherten Bildungsangeboten reduziert Unsicherheiten und fördert das Selbstwirksamkeitserleben, beides eine wichtige Voraussetzung für die Integration digitaler Technologien in Unterrichtskontexten (vgl. Koh & Chai 2016).
  4. Es ist während des gesamten Professionalisierungsprozesses für die Integration digitaler Technologien in der späteren Unterrichtspraxis notwendig, professionelles Feedback zu geben und individuelle Fortschritte sichtbar zu machen. Hong und Kolleg*innen (2019) zeigen in ihrer Studie eindrücklich, dass die Verbindung von (medien-)gestalterischen Aktivitäten und „Feedback auf Augenhöhe“ die Reflexionsfähigkeit in Bezug auf die Integration digitaler Technologien in Lehr-Lern-Handlungen deutlich fördert.

Entsprechend der Empfehlungen von Tondeur (s.o.) setzt das Projekt MakEd_digital mit dem Aufbau von Makerspaces auf innovative Aktivitäten zur Stärkung der digitalisierungsbezogenen Kompetenzen von Lehramtsstudierenden.

Einen wichtigen Baustein stellt neben den Makerspaces auch die Sammlung und das Verfügbarmachen verschiedenster Open Educational Resources dar, die über bereits bestehende Repositorien zugänglich gemacht oder von Makerspace-Nutzer*innen selbst erstellt und mit Kommiliton*innen und Kolleg*innen geteilt werden.

Falls Sie Lust haben, tiefer in die Theorie einzutauchen, hier unsere Quellen:

 

Das Projekt MakEd_digital geht gemeinsam mit Ihnen, den Lehramtsstudierenden und Hochschullehrenden im Raum Stuttgart-Ludwigsburg, einen weiteren Schritt der Digitalisierung. 


3D-Drucker, Lasercutter und zahlreiche weitere digitale Werkzeuge stehen Ihnen zukünftig in Stuttgart und Ludwigsburg in den offenen Werkstätten zur Verfügung, um den pädagogischen Einsatz dieser Geräte zu erproben, zu erfahren und weiterzuentwickeln. Unterstützung kommt dabei von einem Team aus Medientechnik, Medienpädagogik und Mediendidaktik, aus den Bildungswissenschaften und den Fachdidaktiken.
Aus eigener Erfahrung zu lernen, Spaß beim Entdecken und das Gelernte an alle Interessierten weiterzugeben stehen bei uns an erster Stelle.

Was ist eigentlich ein Makerspace?

In diesem Video, das wir über Youtube bereitstellen, erfahren Sie, was hinter dem Begriff Makerspace steht, was Sie in unseren Makerspaces erwarten wird und was Making eigentlich mit Lehrer*innenbildung zu tun hat.

Dauer: 3:31 | © MakEd_digital | Quelle: YouTube
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